Cataplexy ist eine japanische Black-Metal-Band, gegründet 1991 in Osaka, deren intensiver Stil zwischen kompromissloser Black-Metal-Formel, düster-melodischer Atmosphäre und sengender Rohheit glänzt.
Besonders eindrucksvoll finde ich ihren Song „Dawn of the Black Sun“, der mich mit seinem epischen, schweren, dunklen Intro direkt in den Bann gerissen hat. Es ist der feierlich-bedrohliche Auftakt einer richtigen „Black-Metal-Hymne“!
Es erinnert mich ein bisschen an Taakes „Nordbundet“. Die Spannung baut sich langsam auf, bevor der Track in flächig-schabende Gitarren und den brutal-massierenden Blast Beat übergeht, ohne jedoch die epische Grundstimmung zu verlieren. Gegen Ende hin eskaliert im Song rohe Gewalt. Der Bandname „Cataplexy“ bezieht sich auf den Zustand der „Kataplexie“, ein plötzliches Muskelversagen/ Zucken/ Krampfen bei starken Emotionen, welches zum Beispiel bei PTSD oder Schizophrenie vorkommt. Dieses Zucken passt gut zur Musik der Band, denn ihre Songs schwanken oft zwischen atmosphärischer Schwere und dann abrupten, sehr rohen Ausbrüchen.
Durch diese Mischung entsteht ein kraftvoller aber auch immer wieder unberechenbarer, überraschender Sound, der in die dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche einlädt. Vor Allem die Vocals von Koshiro Matsuo (Curselord) haben wahnsinnig viele, plötzlich auftretende Facetten: heulen, rohe Wut, tiefe Qual oder tierisches Heulen! Untermauert von den höllischen Drums von Mitsuhiro Enomoto (The Final Slaughter) klingt das wirklich beeindruckend gequält.
Das ganze Album „…Lunar Eclipse, Chaos tot he Ruin…“ (2018 erschienen) ist eine wabernde, schwere Dunkelheit unterbrochen von Blast Beat- und Schrei-Teppichen. Ein Statement! Ein Ausdruck tiefer Qual.
Die gute jedoch auch rohe Produktion des Albums sowie seine durchgängige einsaugende Atmosphäre machen es zu einem Stück Black-Metal Gold, das ich jedem mit guten Kopfhörern bei einer Tasse Tee oder einem Winter-Spaziergang empfehlen kann.
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