Jessie Murph - Cocaine and Mary Janes

Veröffentlicht am 30. März 2026 um 18:38

Jessie Murph ! Zwischen Liebe, Gewalt, Sucht und Wahnsinn. Sie ist das Kokain, aber auch die rosanen Mary Janes. Gefährlich, Abfuck und ästhetisch und süß.

There’s a violence in the way I long for you” (Heroin) Jessie Murph!

Diese 1,50 cm große, 21-jährige Naturgewalt legt ihr Herz bei jedem Song auf den Tisch und ist sich nie zu schade, um ihre Liebe zu jammern, zu schreien und zu flehen! Dabei hat sie mein Herz gestohlen.

Die junge Frau aus Tennessee mixt düstere Ethel Cain-Storytelling-Ästhetik und Amy Winehouse/ Janis Joplin-Soul mit Nashville-Priscilla Presley- Cowboy-Romantik.
Southern – Stripper – Country – Blue Soul – Abfuck – Glam!

"Sex Hysteria. I crawl back into you." (Sex Hyteria) → Sie zieht mich immer wieder ganz tief in ihren Bann.
Düster, verzweifelt, bildhaft in ihren starken, manchmal fast filmhaften Lyrics.

I’ve got a shitty father
and I’d like to go to heaven" (Gucci Mane)

“I just wanted to  be loved
I just wanted a damn hug" (Sex hysteria)

“I go from jump of a bridge
then I jump on that dick.” (Forever)

Ihre Texte sind wie statische Kamerashots von Szenen mit viel Nacht, Straßen, leeren Räume, Autos und dabei sagt sie viel "Fuck", "damn" und "God" und "Mama". Sie verkörpert Reckless-Tankstellen, disfunktionale Familie, Crazy Frau fährt in zerrissenem Brautkleid und laufender Maskara auf den Highway. Zwischen Liebe, Gewalt, Sucht und Wahnsinn. Ist das Persona, sie selbst oder beides?

Die Songs „Touch me like a gangster“ und "Heroin" verdeutlichen gut ihr akustisches Moodboard.
Alkohol – Gangster in verrauchten Räumen – Hausfrauen – Vintage – Szenen an Tankstellen.

Elegant aber abgefuckt! Die souligere, dreckigere, Country-Lana del Rey!

Manchmal ist es fast zu poppig für mich. Zu Beginn dachte ich „Blue Strips“ wäre kitschig.
Der Song ist kurz, poppig, redundant...keine Frage! Aber im Kosmos ihres Albums, im
Storytelling ein genialer Mood-Track. Eine Szene in ihrem Film. Sie strippt ihre Verzweiflung weg.

Genauso macht „No Chance“ Autotune plötzlich cool. Country-Trap! Bekifft in Stripper-Heels im
Pick-up Truck auf einem Parkplatz in Alabama.

Sie darf alles! Denn in jedem Wort hört man, wie sie ihr Herz tatsächlich nach Außen kehrt. Jessie Murph's Power und gnadenlose Ehrlichkeit in ihren Songs ist einzigartig.

Sie jammert, knurrt, ächzt, schreit, ist völlig angstlos im Mitteilen ihrer Emotionen.
Sie rappt smooth, schafft es Bilder im Kopf und Emotionen im Herz zu erzeugen. Jedes Mal.

Sie bringt dieses verruchte Drama, die Sehnsucht, die Nostalgie, den Schmerz,
die Melancholie und Hornyness einer echten Soul/Blues-Ikone in die Popwelt.

Wie sie „Hallelujah“ von Leonhard Cohen covert ist kalter Schweiß, pure Gänsehaut. Sehr zu empfehlen!

Die Power und Direktheit ihrer Stimme reißt mich immer wieder mit!
Immer und immer wieder! Ich bin hyped zu hören und sehen, was sie weiterhin erschaffen wird.